Aktuelle Pressemitteilungen von Museum Angerlehner

KO KU WA - GEmeinsam dazwischen

Leopold Kogler, Hans Kupelwieser & Manfred Wakolbinger

große Ausstellungshalle, EG

Ausstellungsdauer: 27. 09. 2025 - 29. 03. 2026

Eröffnung: Sa., 27. September 2025, 15 Uhr

Drei bekannte Namen in einem Raum: KO KU WA – ein Titel als Programm. Lang hat es gedauert und endlich ist es so weit, die erste gemeinsame Ausstellung der drei Künstler – und nicht zuletzt der drei Freunde – Leopold Kogler, Hans Kupelwieser und Manfred Wakolbinger. Ein besonderes Zusammentreffen unter Freunden, für welches sie sich keinen geringeren Ort ausgesucht haben als die große Ausstellungshalle im Museum Angerlehner.

In drei Abschnitten gegliedert geben die Künstler in enger Abstimmung Einblick in ihr aktuelles Schaffen, welches sich von Malerei über Skulptur bis hin zur Fotografie spannt. Hans Kupelwieser zeigt großformatige Fotogramme im Zusammenspiel mit seinen neuesten Skulpturen - ein Wechselspiel zwischen Abbild und Objekthaftigkeit. Kogler erschafft mit seinen Malereien einen intensiven Farbraum welcher zwischen Abstraktion und Naturbezug changiert. Wakolbingers metallene Skulpturen erzeugen eine eindrückliche Räumlichkeit zwischen physischer Präsenz und transzendenter Form.

KO KU WA ist mehr als eine Ausstellung, es ist eine präzise Setzung im Spannungsfeld des Dazwischen. Dieses Konzept des Dazwischen wird nicht nur inhaltlich verhandelt, sondern durch die räumliche Konstellation und künstlerische Differenz zugleich erfahrbar gemacht. Es ist aber vor allem der Höhepunkt und ein Plädoyer für die langjährige Freundschaft dieser drei Künstler, die stets zusammen im Dazwischen miteinander verbunden sind.

 

Kurator: Antonio Rosa de Pauli

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Ko Ku Wa

CLAUS PROKOP

wiederholung als differenz

Salon (nicht barrierefrei)

Ausstellungsdauer: 13.09.2025 - 18.01.2026

Eröffnung: Sa., 13. September 2025, 15 Uhr

Das Museum Angerlehner zeigt mit Wiederholung als Differenz die erste museale Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Claus Prokop. Im Zentrum stehen dabei seine neuesten Werke auf Aluminium, in denen der Künstler ein komplexes Spiel aus Wiederholung und Variation entfaltet, geometrische Formen vervielfältigt und durch Überlagerungen und bewusste rhythmische Störungen zu visuell vielschichtigen Bildkompositionen verdichtet.

Prokops Arbeiten sind aber nicht eine bloße Aneinanderreihung von Formen, sondern präzise durchdachte Bildsysteme. Gerade die Methode der Wiederholung wird in diesen nicht als statisches Prinzip gesehen, sondern ist Strategie der Differenz - ein Prozess, bei dem jede Form ein neues Verhältnis zum Ganzen eröffnet.
Wiederholung als Differenz gibt einmaligen Einblick in die künstlerische Praxis von Claus Prokop, in welcher durch das Prinzip der Serialität nicht nur Strukturen im Bild, sondern Räume der Erfahrung im Außen entfaltet werden. In diesem erweiterten Verständnis wird Malerei zur räumlichen Konfiguration, Struktur zur offenen Ordnung und Wiederholung zum Medium der Differenz.

 

Kurator: Antonio Rosa de Pauli

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Claus Prokop

Claus Prokop, KR7_IK38_R1, 2023, Hammerschlaglack auf Stahlregalboden, 38 x 60 x 1,8 cm © Claus Prokop

DER GEIST DES ORTES

LINDE WABER UND WEGGEFÄHRTEN

Grafikräume, OG

Ausstellungsdauer: 12. 04. - 05. 10. 2025

Eröffnung: Sa., 12. April 2025, 15 Uhr

Anlässlich ihres 85. Geburtstages zeigt das Museum Angerlehner ausgewählte Arbeiten der bedeutenden österreichischen Künstlerin Linde Waber. Im Fokus dieser Ausstellung stehen ihre „Atelierzeichnungen“, die sie bei befreundeten Künstler:innen, ihren Weggefährten, direkt vor Ort in deren Atelier geschaffen hat.

Viele der von Waber besuchten Künstler:innen sind auch in der Sammlung Angerlehner vertreten, weshalb den Atelieransichten Werke der Kolleg:innen aus der Sammlung gegenübergestellt werden. Im spannungsvollen Kontrast zu den Atelierzeichnungen stehen dabei neue, nie gezeigte, großformatige grafische Blätter, die Interieurs, aber auch Reisemotive zum Inhalt haben und die ungebrochene expressive Kraft der Künstlerin eindrucksvoll veranschaulichen.

Linde Waber feiert die persönlichen Begegnungen sowie das Empfinden von Raum und Architektur, von Objekt und Natur. So fühlen sich die Betrachtenden hinein in die mit Geschichte und Kunst aufgeladenen Wohnräume und Ateliers, sehen aber stets auch die sprudelnde Lebendigkeit der Künstlerin, ihre subjektive Interpretation von Welt und Wirklichkeit.

 

Kurator: Günther Oberhollenzer

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Linde Waber

Linde Waber, Atelierzeichnung Maria Moser, o.D., Mischtechnik auf Papier, 63x48 cm © Eveline Tilley

CLAUDIA HIRTL

Vermessung von seinsweisen

große Ausstellungshalle, EG

Ausstellungsdauer: 03. 05. - 14. 09. 2025

Eröffnung: Sa., 03. Mai 2025, 15 Uhr

Das Museum Angerlehner widmet vom 3. Mai bis 14. September 2025 in der großen Ausstellungshalle der Künstlerin Claudia Hirtl eine umfassende Einzelausstellung. Im Fokus stehen erstmals ausschließlich ihre sogenannten „Hauptsätze“ – großformatige Malereien in Eitempera und farbkräftigen Pigmenten.

Hirtls Werke bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Bild und Schrift, zwischen westlicher Abstraktion und asiatischer Zeichensprache. Inspiriert von den japanischen Schriftzeichen, Kanji, die sie in ihren Bildern dekonstruiert, überlagert und transformiert. Sie hinterfragt konventionelle Seh- und Lesegewohnheiten und reflektiert grundlegende Fragen nach Zeit, Ort und Identität. Die reduzierte Farbpalette und die bewusst komponierte Materialität der Bilder erlaubt ein Eintauchen in die Farbschichten und das Erspüren der feinen Dynamiken im Bildgefüge, was zu einer tieferen Wahrnehmung führt. 

Die Künstlerin lädt dazu ein ihren künstlerischen Denkraum zu betreten, welcher wie die verschiedenen Formen des Seins, in konstanter Veränderung ist. Eine Vermessung von Seinsweisen in steter Bemühung Gegebenes zu verlassen, um Alternativen aufzuzeigen.

 

Kurator: Antonio Rosa de Pauli

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Claudia Hirtl

Claudia Hirtl, Mond (E 1118), 2024, 240 x 320 cm, Tempera auf Leinwand, ©Daniel Zanetti

FLORENTINA PAKOSTA

GEGENBEWEGUNG

Galerieräume, OG

Ausstellungsdauer: 03. 05. - 05. 10. 2025

Eröffnung: Sa., 03. Mai 2025, 15 Uhr

Florentina Pakosta zählt zurecht zu einer der wichtigsten feministischen Künstler:innen. Ihr vielseitiges Oeuvre war und ist Ausdruck eines Auflehnens gegen die patriarchale Gesellschaftsstruktur, den männlichen Stolz, seine Überheblichkeit und das zum Habitus gestockte Durchsetzungsvermögen.

Das Museum Angerlehner widmet Florentina Pakosta eine Einzelausstellung, in der zwei ihrer zentralen Werkgruppen gegenübergestellt werden: die sarkastischen Montageblätter der 1970er und 1980er Jahre, in denen monumentale Köpfe mit Rasierklingen, Messern und Scheren, oder mit Tieren verwachsen sind, sowie die abstrakten Trikoloren Bilder, die durch ihre strenge Komposition aus Balken und Stäben sowie ihre fein austarierte Farbigkeit bestechen.

Die Ausstellung „Gegenbewegung“ führt eindrücklich vor Augen, dass sich der Inhalt und die Wucht der Aussage dieser beiden spektakulären Werkgruppen trotz des Unterschiedes von hohem Realismus hier und radikaler Ungegenständlichkeit dort, der Angst und dem Gefühl der Bedrohung verdanken. Beide Werkgruppen sind Niederschriften eines schmerzhaften Gedächtnisses, in dem die einst erlebte und sich ständig erneuernde Erfahrung von Aggression und Unterdrückung abgelagert ist – eine starke Geste des Widerstandes als Gegenbewegung.

 

Kurator: Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder (Generaldirektor der Albertina em.)

 

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Florentina Pakosta

Florentina Pakosta, Zentrierte Bewegung, 2012, Acryl auf Leinwand, 160 x 150 cm, Sammlung Angerlehner
Foto © Horst Stasny