Aktuelle Pressemitteilungen von Museum Angerlehner
Über die schönheit der welt
wolfgang mayerhoffer
Salon
Ausstellungsdauer: 24.01. - 10.05.2026
Eröffnung: Sa., 24. Jänner 2026, 15 Uhr
Mit der Ausstellung "Über die Schönheit der Welt" präsentiert das Museum erstmals das fotografische Werk des früheren Primars für Chirurgie am Salzkammergut Klinikum Bad Ischl, Wolfgang Mayerhoffer. Ausgehend von der Landschaftsfotografie untersucht Mayerhoffer die Bedingungen des Sehens selbst – jenes distanzierte, zugleich konzentrierte Verhältnis zwischen Fotografierendem und Abbild.
Seine Landschaftsaufnahmen – von isländischen Gletschern über amerikanische Dünen bis hin zum Salzkammergut – bestechen durch eine durchgehend scharfe Bildoberfläche und eine erstaunliche Tiefenwirkung, die über die physiologische Wahrnehmung hinausgeht. Möglich wird dies durch den Einsatz einer digitalen Großformatkamera, deren technische Präzision eine außergewöhnlich tiefe Schärfeebene und damit eine dichte, konzentrierte Bildwirkung erlaubt. Die Fotografien eröffnen nicht nur beeindruckende Einblicke in die Vielfalt der Natur, sondern schaffen zugleich einen Raum, in dem das Sehen selbst zum Thema wird.
In einer Zeit beschleunigter und oft flüchtiger Bildproduktion wirken Mayerhoffers Arbeiten so beinahe anachronistisch – und gerade dadurch radikal zeitgenössisch. Seine präzise ausgewählten Landschaftsaufnahmen erzeugen ein spannungsvolles Verhältnis von Nähe und Distanz und verweisen auf ein bewusstes, reflektiertes Sehen als Voraussetzung von Wahrnehmung.
Die Distanz des Fotografen zu seinen Motiven ist dabei nicht als Trennung zu verstehen, sondern als Methode, das eigene Sehen zu reflektieren. Mayerhoffers Landschaftsfotografien entziehen sich der Logik des schnellen Schnappschusses und fordern eine konzentrierte Haltung der Aufmerksamkeit ein. Sie erscheinen wie ein Akt der Rückgewinnung einer bewussten Wahrnehmung, entschleunigen dabei unser Sehen und schärfen dieses für die Schönheit unserer Welt.
Kurator: Antonio Rosa de Pauli
CSW_Sujet: Wolfgang Mayerhoffer, Hochwinter, 2017, Fotografie © Wolfgang Mayerhoffer
MOMENTUM
Über die kunst, die zeit anzuhalten
Flavia Bigi
Sissa Micheli
Francesca Romana Pinzari
Thomas Riess
Peter Senoner
Galerie- und Grafikräume, OG
Ausstellungsdauer: 18.10.2025 - 12.04.2026
Eröffnung: Sa., 18. Oktober 2025, 15 Uhr
In einer von Bildern überfluteten Gegenwart wirkt vieles flüchtig – die bildende Kunst hingegen schafft Momente der Ruhe, hält Augenblicke fest und lässt Gedanken, Gefühle und Themen entstehen, die Zeitloses in sich tragen. Die Ausstellung MOMENTUM vereint Arbeiten von fünf Künstler:innen aus Italien und Österreich, die sich auf vielfältige Weise mit Zeitlichkeit und menschlicher Existenz auseinandersetzen.
Flavia Bigi erforscht das Ich, die Zeit und den Raum in gravierten Alabasterkugeln, in Zeichnungen und performativen Fotografien. Sissa Micheli friert Augenblicke, die für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar sind, fotografisch ein und spielt mit Präsenz, Absenz und Stofflichkeit. Francesca Romana Pinzari verwandelt botanische Überreste in kristalline Objekte und formt zarte Haar-Körper wie aus einer anderen Zeit. Thomas Riess verbindet Figuratives und Abstraktes zu traumartigen Bildern, die Wahrnehmung und Identität hinterfragen. Peter Senoner erschafft in Skulpturen und Malereien rätselhafte Wesen zwischen Mensch, Maschine und Avatar.
In ihrer Vielfalt offenbaren die Werke, wie Kunst das Flüchtige, Wandelbare und Zeitlose formt und sinnlich erfahrbar macht.
Kurator: Günther Oberhollenzer
CSW_Sujet: Sissa Micheli, The Infinite Fold III - Homage to Knighthood, 2022
KO KU WA - GEmeinsam dazwischen
Leopold Kogler, Hans Kupelwieser & Manfred Wakolbinger
große Ausstellungshalle, EG
Ausstellungsdauer: 27. 09. 2025 - 29. 03. 2026
Eröffnung: Sa., 27. September 2025, 15 Uhr
Drei bekannte Namen in einem Raum: KO KU WA – ein Titel als Programm. Lang hat es gedauert und endlich ist es so weit, die erste gemeinsame Ausstellung der drei Künstler – und nicht zuletzt der drei Freunde – Leopold Kogler, Hans Kupelwieser und Manfred Wakolbinger. Ein besonderes Zusammentreffen unter Freunden, für welches sie sich keinen geringeren Ort ausgesucht haben als die große Ausstellungshalle im Museum Angerlehner.
In drei Abschnitten gegliedert geben die Künstler in enger Abstimmung Einblick in ihr aktuelles Schaffen, welches sich von Malerei über Skulptur bis hin zur Fotografie spannt. Hans Kupelwieser zeigt großformatige Fotogramme im Zusammenspiel mit seinen neuesten Skulpturen - ein Wechselspiel zwischen Abbild und Objekthaftigkeit. Kogler erschafft mit seinen Malereien einen intensiven Farbraum welcher zwischen Abstraktion und Naturbezug changiert. Wakolbingers metallene Skulpturen erzeugen eine eindrückliche Räumlichkeit zwischen physischer Präsenz und transzendenter Form.
KO KU WA ist mehr als eine Ausstellung, es ist eine präzise Setzung im Spannungsfeld des Dazwischen. Dieses Konzept des Dazwischen wird nicht nur inhaltlich verhandelt, sondern durch die räumliche Konstellation und künstlerische Differenz zugleich erfahrbar gemacht. Es ist aber vor allem der Höhepunkt und ein Plädoyer für die langjährige Freundschaft dieser drei Künstler, die stets zusammen im Dazwischen miteinander verbunden sind.
Kurator: Antonio Rosa de Pauli
CLAUS PROKOP
wiederholung als differenz
Salon (nicht barrierefrei)
Ausstellungsdauer: 13.09.2025 - 18.01.2026
Eröffnung: Sa., 13. September 2025, 15 Uhr
Das Museum Angerlehner zeigt mit Wiederholung als Differenz die erste museale Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Claus Prokop. Im Zentrum stehen dabei seine neuesten Werke auf Aluminium, in denen der Künstler ein komplexes Spiel aus Wiederholung und Variation entfaltet, geometrische Formen vervielfältigt und durch Überlagerungen und bewusste rhythmische Störungen zu visuell vielschichtigen Bildkompositionen verdichtet.
Prokops Arbeiten sind aber nicht eine bloße Aneinanderreihung von Formen, sondern präzise durchdachte Bildsysteme. Gerade die Methode der Wiederholung wird in diesen nicht als statisches Prinzip gesehen, sondern ist Strategie der Differenz - ein Prozess, bei dem jede Form ein neues Verhältnis zum Ganzen eröffnet.
Wiederholung als Differenz gibt einmaligen Einblick in die künstlerische Praxis von Claus Prokop, in welcher durch das Prinzip der Serialität nicht nur Strukturen im Bild, sondern Räume der Erfahrung im Außen entfaltet werden. In diesem erweiterten Verständnis wird Malerei zur räumlichen Konfiguration, Struktur zur offenen Ordnung und Wiederholung zum Medium der Differenz.
Kurator: Antonio Rosa de Pauli
Claus Prokop, KR7_IK38_R1, 2023, Hammerschlaglack auf Stahlregalboden, 38 x 60 x 1,8 cm © Claus Prokop