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(c) Stephan Diesinger Fotografie

Das Museum Angerlehner präsentiert vom 11. 2. bis 21. 05. 2018 die Ausstellung “Burning Art” von Bianca Kiso und setzt damit seine Ausstellungsserie im Salon des Museums fort. Bianca Kiso arbeitet als Autodidaktin in der Technik der Enkaustik. Die Wachsmalerei zählt nachweislich seit 3.000 Jahren zu den ältesten Kunstformen.

Die Welserin mit rumänischen Wurzeln ist verheiratete Mutter eines Sohnes, sozial sehr engagiert und als autodidaktische Künstlerin in OÖ äußerst aktiv.

Kiso zeigt in dieser Schau Werke aus ihrem ersten Schaffenszyklus von vier Jahren. In der Ausstellung befinden sich auch die allererste enkaustische Arbeit und das Abschlusswerk mit der Nike – der Siegesgöttin.  Als Hinweis diese herausfordernde Technik der Wachsmalerei eigens gemeistert zu haben.

Denn Enkaustik lässt sich auf keiner Hochschule lernen. So musste sich Kiso diese Technik selbst beibringen. Über die vielen Jahrhunderte hinweg haben sich namhafte Künstler mit diesem Randgebiet der Malerei  beschäftigt und sind oft mehr oder weniger kläglich gescheitert.

Doch Bianca Kiso lässt sie trotz vieler Rückschläge im Kampf mit den Materialien und dem Bunsenbrenner nicht los. 

Kiso sagt von sich selbst, dass 27 unterschiedliche Persönlichkeiten in ihr leben. Durch die Technik der Wachsmalerei kann sie alle diese Personen ausdrücken. „Das Malen fungiert für mich als Sprachrohr. Es ist ein Prozess, in dem Erfolg und Versagen in einer konzentrierten, kreativen Weise miteinander tanzen, der mich am ehrlichsten werden lässt. Ich verlasse mich alleine auf meinen Instinkt und meine Intuition", so Kiso. Denn diese über 3.000 Jahre alte Kunst ist mit seinen verschiedensten Ausprägungsformen stets eine große Herausforderung geblieben.


Kiso arbeitet oft an unterschiedlichen Themenbereichen gleichzeitig. Sie will ihre unmittelbare Lebensumgebung und speziell die Essenz ihrer ungewöhnlichen Lebenserfahrungen durch die Wachsmalerei darstellen.

Sie unterstützt viele Netzwerke und setzt sich persönlich sehr für Kinder und insbesondere für Frauen ein.

Die Haltbarkeit war auch das ausschlaggebende Argument der Antike, die sich für diese Technik in der Schiffsbemalung, bei Mumienporträts, in der Ikonenmalerei bzw. Grabkammerausmalungen entschieden hat. Denn zum Beispiel ist die Büste der ägyptischen Nofretete in Wachsmalerei ausgeführt, um die Zeit zu überdauern. Enkaustisch gearbeitete Werke strahlen viele Jahrhunderte und sollten sie etwas matter werden, sind sie einfach und unproblematisch zu polieren und scheinen danach wieder von innen zu leuchten. Bienenwachs ist auch gegen Feuchtigkeit unempfindlich. Wachsmalerei braucht nicht fixiert oder durch Glas geschützt zu werden. 

In der jüngeren Kunstgeschichte sind bekannte Künstler, die sich mit Enkaustik beschäftigten u. a. Jasper Johns, Robert Delaunay, Antoine Pevsner und Diego Rivera. Ein Enkaustik-Werk Jasper Johns aus den 60er Jahren wurde bei Christie’s um 25 Mio. Dollar versteigert und aus Überlieferungen weiß man, dass in der Antike bereits umgerechnet 4 Mio. Euro für ein Gemälde gezahlt wurden.

Die Eröffnungsmatinée am 11. Februar 2018 wurde musikalisch vom Soulduo Katiuska Mc Lean und Matteo Mattei am Keyboard gerahmt. Im Zuge der Ausstellung wird noch eine Kuratorenführung angeboten und ein von der Künstlerin geführter Workshop für Schüler. Eine Führung durch die Ausstellung und ein erfolgreicher Workshop für Interessierte mit der Künstlerin wurde bereits durchgeführt.

Am Pfingstsamstag, dem 19. Mai 2018, findet gemeinsam mit den Künstlern der beiden Ausstellungen im Obergeschoss, Johannes Deutsch und Peter Baldinger, eine Finissage statt.


Bianca Kiso, Nike - the winged goddess of victory!, 2017, Enkaustik auf Holz, 170 x 100 x 5 cm.
Dieser Beitrag wurde in Aktuelle Ausstellungen am Dienstag, 10. April 2018 gepostet.

Museum Angerlehner