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Ordnungssysteme mittels Malerei“, Antonia Riederer aus Prambachkirchen, OÖ.

In meiner Malerei thematisiere ich den unmittelbaren Lebensraum.  Diese Unmittelbarkeit fordert Klarheit, die erforscht, durchsucht, aufstöbert, … und erfahren wird. Ich bin auf der Suche nach dem mir Wichtigen. Ein Auseinandersetzen und Wahrnehmen mithilfe der malerischen Mittel ermöglicht mir, den Umraum, der Ausgangspunkt der dargestellten Motive ist, zu bearbeiten.

Meine Bilder sind Farbkompositionen, die mittels in Flächen gegliederter Formen Ordnung erzeugen.

Farben, meist autonom in Flächen gesetzt, werden auf gestalterischer Ebene mithilfe einer großzügigen Kontur in Beziehung gebracht. Die Kontur ist verbindendes Element und somit ein wichtiger Teil der gestalterischen Übersetzung des Themas. Das Eine ist ohne das Andere nicht möglich. Während einzelne Objekte, Figuren und Köpfe primär als Form, weniger aufgrund oberflächlicher Details interessant sind, sind vor allem Landschaften starke Stimmungsträger.

In unserer sehr schnelllebigen Zeit drängt sich die Sehnsucht nach Ordnung auf. Eine Neuformulierung der für mich interessanten Sujets wird gesucht. Diese werden durch Scheiden, Weglassen, Filtern neu zusammengesetzt und wiedergefunden. Zusammengewürfelte Strukturen weisen Verschachtelungen und Verknüpfungen auf. Trotz überschneidender Flächen und Konturen am Bildgrund, sind sie gegliedert und geordnet. Es geht um Formfindung. Die Umwelt wird durch Wahrnehmung und Gestaltung transformiert und ermöglicht so für mich und den Betrachter eine andere Sicht darauf.

Eine Darstellung des dabei Erlebten und Empfundenen, das für mich Elementare, wird angestrebt und neu formuliert. Farb- und Formgefüge stellen Raumsituationen und Figuren dar, die, gefiltert und farbig gestaltet, eine Neuinterpretation bieten, die Zwischenräume aufzeigt und Verborgenes freilegt. Ein Bemühen, das mir Unmittelbare klar und strukturiert neu zu formulieren und zu gestalten.


Eine Figur, umwirbelt, umklammert von der Außenwelt; den Dingen um mich herum auf den Grund gehen. Weich, scharfkantig, fließend, strukturiert, gebaut oder doch zufällig? Den Ausdruck der Verschiedenartigkeit der Dinge und Lebewesen in meinem Umfeld erspüren und sie sozusagen für mich in Anspruch nehmen. So werden Fragen aufgeworfen: Brauche ich alles, das um mich herum ist, mich umfängt? Gestalte ich diese Dingwelten selbst oder werden sie mir „vorgebaut“?

Das Sujet der menschlichen Figur, ganz besonders der Kopf, ist wichtiges Motiv in meiner Arbeit. Der Kopf ist zumeist das öffentlichste aller Körperteile, ist somit von ganz besonderer Bedeutung. Kopf, immer wieder neu formuliert, ist eine Darstellung der Verschiedenartigkeit aller Menschen. Allerdings ein Teil verbindet: der Geist, der sich in jedem menschlichen Wesen verbirgt und die Zeit überdauert.

             

Unser Lebensumraum ist sehr dicht, daher ist mir die Suche nach einem Ordnungssystem wichtig – um einen Überblick zu schaffen.

Der Ausdruck der Bildaussage benötigt Offenheit. Ein Öffnen des Menschen in seiner Gesamtheit, der Natur, um der zentralen Bedeutung unseres Daseins auf die Spur zu kommen. Es geht um Vertiefung und gleichzeitiges Öffnen, um ein Klarwerden.                  

„Malerei und Zeichnung machen für mich das Leben zwischen den Dingen sichtbar.“


Über mein letztes Kunstprojekt: der „Kunstsalon“

Der KUNSTSALON mit dem Titel „Über die Natur der Dinge“ war ein Gemeinschaftsprojekt von Marie Ruprecht und mir. Im Sommer 2017 wurde erstmals einen Leerstand in Eferding mit Exponaten und Werkserien, die speziell zu dieser Ausstellung entstandenen sind, für einen Zeitraum von zwei Monaten bespielt. Weiters wurden zwei weitere Künstlerinnen von uns in den Salon geladen, mit ihren Arbeiten die Ausstellung mitzugestalten.

 

Der Kunstsalon als Ort, an welchem mit unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen auf das gewählte Thema eingegangen wird , eröffnet für den Besucher ein breites Spektrum der Rezeption.

Das Konzept des „Kunstsalon“ sieht vor, in verschiedenste Räume zu „wandern“. Verschiedene Örtlichkeiten werden mit Themenstellungen in Verbindung gebracht und die daraus entstandenen künstlerischen Werke präsentiert.

 

Ausstellungshinweis auf meine nächste Einzelausstellung „Erlebbares“ am 15. Jänner 2018 in der Stadtgalerie Lebzelterhaus in Vöcklabruck OÖ.

Zur Ausstellung wird Frau Dr. Isabella S. Minichmair (Bildende Künstlerin und Kunstphilosophin) sprechen: „Antonia Riederers Werke sind nicht spekulativ auf etwas Weltbewegendes gerichtet. Sie zeigen die Lebendigkeit und Dynamik, die in der unmittelbaren Welterfahrung liegen. Und gerade deshalb treffen sie punktgenau die Bedürfnisse und den Puls unserer Zeit.“

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 27. Dezember 2017 gepostet.

Museum Angerlehner